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📖 Case-Study · 22. Mai 2026

Bäckerei Hauser: Wie aus 7 Verträgen 9.800 € Ersparnis wurden

Eine Berliner Bäckerei-Kette, 7 Filialen, 280.000 kWh Strom pro Jahr — und ein Vertrags-Chaos, das jahrelang Geld gekostet hat. Diese Case-Study zeigt Schritt für Schritt, wie wir das verändert haben — und warum die Lösung kein Hexenwerk war.

📖 8 Min Lesezeit · ✍️ Ahmet Akan Case-StudyGewerbestromRahmenvertrag
Ahmet Akan Geschäftsführer Volt-Gas GmbH Energie-Vermittlung · Unternehmensführung
Veröffentlicht 22. Mai 2026
Anna Hauser, Geschäftsführerin der Bäckerei Hauser, prüft Energierechnungen in ihrer Filiale
Anna Hauser, GF Bäckerei Hauser GmbH (Berlin), zu Beginn der Zusammenarbeit — 7 verschiedene Stromverträge, kein einheitlicher Überblick.

Ich hatte ehrlich gesagt nicht das Gefühl, dass wir zu viel zahlen. Sieben Filialen, sieben Stadtwerke, alles 'normal'. Erst der Vor-Ort-Termin hat mir gezeigt, wie chaotisch unser Energie-Setup wirklich war.

— Anna Hauser, Bäckerei Hauser GmbH (Berlin), 7 Filialen, 64 Mitarbeiter

Die Zahlen im Schnellblick

9.800 € Jahresersparnis nach Wechsel
−27 % Reduktion Strom-Arbeitspreis
12 Tage Vom Erstkontakt zum neuen Vertrag
1 Rahmenvertrag statt 7 (Konsolidierung)

Die Ausgangslage: 7 Filialen, 7 Probleme

Bäckerei Hauser ist ein klassischer Berliner Mittelständler — vier Standorte in Mitte und Prenzlauer Berg, drei weitere in Pankow. Ich hatte Anna Hauser auf einer Branchen-Messe in Köln kennengelernt und sie hat ehrlich gefragt: 'Was ist eigentlich ein Filial-Rahmenvertrag? Wir haben so was nie gehabt.'

Das war der Aufhänger. Eine Woche später saß ich in ihrem Büro über der Hauptfiliale in Prenzlauer Berg.

Tag 1–3: Der Erstkontakt und die Vor-Ort-Analyse

Bei Volt-Gas machen wir vor jedem B2B-Angebot einen Vor-Ort-Termin. Das ist nicht Marketing — das ist Pflicht. Denn was wir bei Anna gefunden haben, hätte kein Online-Formular je aufgedeckt:

  • Zwei Filialen waren noch im teuren Grundversorgertarif (28,5 ct/kWh netto) — Anna wusste das nicht
  • Eine Filiale hatte einen 2022 abgeschlossenen 'Schutzschirm-Tarif' zu 32 ct/kWh — der lief noch 18 Monate weiter
  • Vier Filialen hatten Stadtwerk-Standardtarife zwischen 24 und 26 ct/kWh
  • Niemand hatte je nach Lastgang-Daten oder Verbrauchs-Spitzen gefragt

Annas wörtliches Zitat, als ich ihr die Übersicht zeigte: 'Ich dachte, wir zahlen ungefähr gleich viel. Das hier ist ja peinlich.'

Tag 4–7: Die Zahlen, die Anna nicht kannte

Drei Tage später hatte ich die komplette Auswertung. Hier die wirklich harte Aufschlüsselung — Filiale für Filiale:

Strompreise pro Filiale — VOR der Konsolidierung (Mai 2026, Arbeitspreis ct/kWh netto)

Tatsächliche Verträge der Bäckerei Hauser GmbH, anonymisiert dargestellt

Filiale 1 (Mitte) — Grundversorger 28,5 Filiale 2 (Mitte) — Grundversorger 28,5 Filiale 3 (P'berg) — Schutzschirm 32 Filiale 4 (P'berg) — Stadtwerk 26,2 Filiale 5 (Pankow) — Stadtwerk 25,8 Filiale 6 (Pankow) — Stadtwerk 24,4 Filiale 7 (Pankow) — Stadtwerk 24,1
Werte in ct/kWh netto

Tag 8–10: Wie wir den Rahmenvertrag verhandelt haben

Mit 280.000 kWh Strom über 7 Marktlokationen ist Bäckerei Hauser im klassischen Mittelstands-Sweet-Spot — groß genug für Sonderkonditionen, klein genug dass man nicht beim Einkaufs-Konsortium sein muss. Wir haben 4 Anbieter angefragt:

Die Angebote im Vergleich (Mai 2026, 280.000 kWh)

Anonymisierte Angebots-Phase, alle Konditionen 24-Monats-Festpreis

Bisher (Ø) Neu (Sonderkalk.) Differenz
Arbeitspreis ct/kWh netto 26,8 19,5 −27 %
Grundpreis €/Monat & Standort 12,80 9,90 −23 %
Vertrags-Anzahl 7 separate 1 Rahmenvertrag Konsolidierung
Rechnungen pro Jahr 84 (12×7) 12 (1×12) −72
Preisgarantie Gemischt 24 Monate fix
Account-Manager Fester Ansprechpartner

Der größte Hebel war nicht der Arbeitspreis allein — sondern die Konsolidierung selbst: Mit 280.000 kWh in einem Rahmenvertrag bekommt man andere Konditionen als sieben einzelne Verträge à 30.000–50.000 kWh. Plus: Eine Rechnung pro Monat reduziert die Buchhaltungskosten um etwa 20 Stunden Arbeitsaufwand pro Jahr (Annas Schätzung).

Tag 11–12: Wechsel und Übergang

Der formelle Wechsel war der einfachste Teil. Mit einer Vollmacht von Anna haben wir alle 7 Altverträge gekündigt (drei davon sofort fällig, vier zum nächsten regulären Kündigungstermin, einer mit Sonderkündigungsrecht wegen Preisanpassung). Der neue Versorger hat alle 7 Marktlokationen über die nächsten 12 Wochen sukzessive übernommen — ohne eine Sekunde Strom-Unterbrechung.

Die 4-Phasen des Wechsels

1

Vollmacht-Abgabe

Anna unterzeichnet eine Vollmacht. Wir kündigen ihre Altverträge.

Tag 11
2

Anmeldung neuer Versorger

Neuer Anbieter meldet alle 7 Marktlokationen beim Netzbetreiber an.

Tag 12
3

Übergang sukzessive

Je nach Ablauf der Altverträge wechseln die Filialen — Filiale 1 sofort, Filiale 7 nach 18 Wochen.

Woche 2–18
4

Erste Rahmenvertrag-Abrechnung

Mit der ersten gemeinsamen Monatsrechnung wird das neue System für Anna erstmals real sichtbar.

Monat 2

Das Ergebnis: 9.800 € weniger im ersten Jahr

Nach 12 Monaten haben wir uns wieder mit Anna zusammengesetzt und durch die Jahresabrechnung geschaut. Die Zahlen sprechen für sich:

Strom-Jahreskosten Bäckerei Hauser — vor vs nach Konsolidierung

Inklusive aller Standorte, 280.000 kWh Gesamt-Verbrauch

Strom-Arbeitspreis: VORHER (Ø 26,8 ct) 75.040 Strom-Arbeitspreis: NACHHER (19,5 ct) 54.600 Grundpreis: VORHER (12,80 × 7 × 12) 1.075 Grundpreis: NACHHER (9,90 × 7 × 12) 832
Werte in € pro Jahr

Was Mittelständler aus dieser Geschichte lernen können

Bäckerei Hauser ist kein Sonderfall. Ich habe diese Konstellation — mehrere Standorte mit historisch gewachsenen Einzel-Verträgen — bei mindestens jedem dritten Mittelständler gesehen, mit dem wir gearbeitet haben. Die Lehren:

  1. 'Alles läuft' bedeutet nicht 'alles ist optimal'. Wenn niemand seit Jahren systematisch auf die Energiekosten geschaut hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dort 4–6-stellig pro Jahr ungenutzt liegt.
  2. Filial-Konsolidierung ist kein 'Nice-to-Have'. Sie ist der größte Hebel, den fast niemand zieht — und Online-Vergleicher können sie strukturell gar nicht anbieten.
  3. Der Vor-Ort-Termin ist nicht altmodisch — er ist effizient. Bei Bäckerei Hauser hätten wir online vielleicht 3.000 € Ersparnis gefunden. Erst die Vor-Ort-Analyse hat die echten 9.800 € sichtbar gemacht.
  4. Buchhaltungs-Aufwand ist auch Kosten. 84 Rechnungen pro Jahr auf 12 zu reduzieren spart nicht nur Geld, sondern auch echte Stunden in der Verwaltung.

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